GGL legt Tätigkeitsbericht 2025 mit Fokus auf Aufsicht vor
GGL veröffentlicht Tätigkeitsbericht 2025 – Aufsicht über legale Anbieter und Vorgehen gegen illegale Angebote werden weiter systematisiert
Das Wichtigste in Kürze
- Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat am 3. Juli 2026 ihren Tätigkeitsbericht 2025 veröffentlicht.
- Der Schwerpunkt verlagerte sich 2025 von der Erlaubniserteilung hin zur strukturierten Aufsicht über legale Anbieter.
- Die technische Infrastruktur und die Nutzung verpflichtender Safe-Server wurden weiter ausgebaut.
- Bei der Bekämpfung illegaler Online-Angebote rücken zunehmend auch beteiligte Dienstleister in den Fokus.
- Eine wissenschaftliche Studie weist für 2024 einen Anteil illegaler Online-Glücksspiele von 23 Prozent und eine Kanalisierungsquote von 77 Prozent aus.
Schwerpunkt 2025: Strukturierte Aufsicht statt Erlaubniserteilung
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, kurz GGL, hat am 3. Juli 2026 ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2025 vorgelegt. Dem Bericht zufolge haben die Maßnahmen in Aufsicht und Vollzug im vergangenen Jahr Wirkung gezeigt.
Während in den Vorjahren vor allem die Erteilung von Erlaubnissen im Mittelpunkt stand, verlagerte sich der Schwerpunkt 2025 deutlich. Die GGL konzentrierte sich verstärkt auf die strukturierte Aufsicht über bereits erlaubte Anbieter. Zentrale Instrumente waren Aufsichtsgespräche sowie anlassbezogene und anlassunabhängige Maßnahmen. Diese stützten sich auf Hinweise und auf eigene Marktbeobachtungen.
Nach Angaben der Behörde wurde zudem die interne Zusammenarbeit der zuständigen Fachbereiche weiter intensiviert. Ziel ist eine einheitliche und konsistente Aufsichtspraxis. Für Anbieter bedeutet dies, dass Prüf- und Kontrollprozesse stärker standardisiert und behördenintern abgestimmt erfolgen.
Technische Infrastruktur und Safe-Server als Grundlage der Datenaufsicht
Ein weiterer Schwerpunkt lag 2025 auf dem Ausbau der technischen Infrastruktur. Die GGL verfolgt das Ziel, eine verlässliche und vergleichbare Datengrundlage für Aufsicht, Analyse und künftige regulatorische Entscheidungen zu schaffen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die verpflichtende Nutzung sogenannter Safe-Server durch erlaubte Anbieter. Die Durchsetzung der korrekten Anwendung dieser Systeme bezeichnet die Behörde als anspruchsvollen Prozess, der jedoch notwendig sei, um die Datenqualität nachhaltig zu verbessern. Die erhobenen Daten bilden die Grundlage für Auswertungen und für die Weiterentwicklung der Aufsichtsinstrumente.
Für Marktteilnehmer ist dies insofern relevant, als regulatorische Entscheidungen zunehmend datenbasiert vorbereitet werden. Eine belastbare Datenbasis soll die Vergleichbarkeit zwischen Anbietern erhöhen und die Nachvollziehbarkeit behördlicher Maßnahmen stärken.
Bekämpfung illegaler Angebote richtet sich gegen das gesamte Marktumfeld
Im Bereich des Vollzugs gegen illegales Online-Glücksspiel hat die GGL ihren Ansatz im Jahr 2025 weiter geschärft. Laut Tätigkeitsbericht wird der Markt nicht mehr isoliert auf einzelne Anbieter betrachtet, sondern im Zusammenhang mit beteiligten Prozessen und Dienstleistern.
Neben Maßnahmen gegen Betreiber selbst rücken zunehmend auch beteiligte Dienstleister in den Fokus der Behörde. Damit soll verhindert werden, dass unerlaubte Angebote über unterstützende Strukturen weiterhin erreichbar bleiben.
Darüber hinaus arbeitete die GGL 2025 eng mit Plattformbetreibern zusammen. Ziel dieser Kooperation war es, die Sichtbarkeit illegaler Inhalte im digitalen Raum weiter zu reduzieren. Der Bericht beschreibt dieses Vorgehen als konsequent auf das gesamte Marktumfeld ausgerichtet.
Wissenschaftliche Studie ersetzt eigene Schwarzmarkt-Kennzahlen für 2025
Die Bewertung des illegalen Glücksspielmarktes gilt aufgrund seiner intransparenten und dynamischen Struktur als methodisch anspruchsvoll. Im Tätigkeitsbericht 2025 verzichtet die GGL deshalb auf eigene Kennzahlen zur Größe des illegalen Marktes für das Berichtsjahr.
Stattdessen stützt sich die Behörde auf die Ergebnisse der wissenschaftlichen Studie “Untersuchung des Schwarzmarktes und der Kanalisierung von Glücksspielen im Internet anhand einer Befragung von Glücksspielenden”. Diese Studie wurde bereits veröffentlicht und weist für das Jahr 2024 ein Marktvolumen unerlaubter und damit nicht regulierter Online-Glücksspiele von 23 Prozent aus.
Daraus ergibt sich eine Kanalisierungsquote von 77 Prozent. Das bedeutet, dass regulierte Angebote mehr als drei Viertel des Online-Glücksspielmarktes ausmachen. Die GGL betont, dass sie sich bewusst für dieses methodische Vorgehen entschieden hat, um Aussagekraft und Vergleichbarkeit der Daten zu erhöhen.
Die Studie wird fortgeführt. Ziel ist eine wissenschaftlich fundierte Datenlage zur weiteren Entwicklung des illegalen Marktes. Die Ergebnisse fließen zudem in die laufende Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 ein.
Ausblick 2026: Evaluierung und Vorbereitung des neuen Erlaubniszyklus
Mit Blick auf das Jahr 2026 verweist die GGL auf mehrere anstehende Aufgaben. Fünf Jahre nach ihrer Einrichtung stehen die gesetzlich vorgesehene Evaluierung sowie die Weiterentwicklung der bestehenden Strukturen im Mittelpunkt.
Zudem bereitet die Behörde den neuen Erlaubniszyklus ab 2027 vor. Parallel soll die datenbasierte und wissenschaftlich fundierte Ausgestaltung der Aufsicht weiter gestärkt werden. Die bisherigen Entwicklungen beschreibt der Tätigkeitsbericht als zunehmende Verstetigung der Aufsichts- und Vollzugsstrukturen im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags 2021.
Der vollständige Tätigkeitsbericht 2025 ist im Bereich der jährlichen Publikationen der Behörde abrufbar.
Unsere Einschätzung
Der Tätigkeitsbericht 2025 zeigt eine klare Verschiebung vom Aufbau des Erlaubnissystems hin zu einer systematisierten Aufsicht über den regulierten Markt. Gleichzeitig richtet die GGL ihre Maßnahmen gegen illegale Angebote breiter aus und bezieht Dienstleister sowie Plattformbetreiber ein. Die Nutzung wissenschaftlicher Studien zur Messung des Schwarzmarktes unterstreicht den Anspruch, regulatorische Entscheidungen auf eine methodisch belastbare Datengrundlage zu stellen. Für Anbieter und Nutzer ergibt sich daraus ein stärker datengetriebenes und strukturell gefestigtes Aufsichtsmodell im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags 2021.