GGL vertieft EU-Kooperation gegen illegales Online-Glücksspiel
GGL tauscht sich auf GREF-Konferenz in Sofia mit europäischen Aufsichtsbehörden aus – Fokus auf Bekämpfung illegaler Online-Angebote und digitale Regulierung
Das Wichtigste in Kürze
- Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) nahm vom 1. bis 3. Juni 2026 an der Jahreskonferenz des Gambling Regulators European Forum (GREF) in Sofia teil.
- Im Mittelpunkt standen die Bekämpfung illegaler Glücksspielangebote, der Spielerschutz und datenbasierte Aufsicht im digitalen Markt.
- Ein Schwerpunkt war die Regulierung digitaler Glücksspielmärkte im Kontext des europäischen Digital Services Act (DSA).
- Diskutiert wurden schnellere Informationswege und grenzüberschreitende Durchsetzungsmechanismen gegen illegale Anbieter.
Treffen europäischer Regulierer in Sofia
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat sich Anfang Juni 2026 auf der Jahreskonferenz des Gambling Regulators European Forum in Sofia mit anderen europäischen Glücksspielaufsichtsbehörden ausgetauscht. Die Konferenz gilt als zentrales Forum für die Zusammenarbeit der Regulierungsstellen in Europa.
Vertreter zahlreicher Länder kommen dort zusammen, um aktuelle Entwicklungen im Glücksspielmarkt, regulatorische Herausforderungen und mögliche gemeinsame Lösungsansätze zu erörtern. Für die GGL stand nach eigenen Angaben insbesondere der Austausch zu digitalen Märkten und zur Bekämpfung illegaler Angebote im Vordergrund.
Für Nutzer von Online-Glücksspielangeboten sowie für Anbieter mit grenzüberschreitender Tätigkeit ist dieser Austausch relevant, da regulatorische Ansätze zunehmend europäisch koordiniert werden. Nationale Maßnahmen können dadurch stärker miteinander verzahnt werden.
Digital Services Act rückt Plattformen in den Fokus
Ein zentrales Thema der Gespräche war die Regulierung digitaler Glücksspielmärkte im Zusammenhang mit dem europäischen Digital Services Act. Dabei ging es insbesondere um die Rolle von Plattformen, die Online-Glücksspiel vermitteln oder daran beteiligt sind.
Die Diskussion drehte sich um die Frage, wie solche Plattformen stärker in die Verantwortung genommen werden können. Im Mittelpunkt standen klare Zuständigkeiten innerhalb digitaler Vermittlungsstrukturen. Aus Sicht der GGL sind eindeutig definierte Verantwortlichkeiten eine Voraussetzung für eine wirksame Marktregulierung.
Die Behörde brachte ihre Erfahrungen aus der nationalen Aufsicht ein. Dabei stand die praktische Umsetzung regulatorischer Vorgaben in digitalen Umgebungen im Fokus. Für Anbieter bedeutet das, dass neben klassischen Lizenzfragen auch die Einbindung in Plattformstrukturen regulatorisch stärker betrachtet wird.
Illegale Angebote als gemeinsames Handlungsfeld
Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz war die Bekämpfung illegaler Glücksspielangebote. Die Teilnehmer tauschten sich über digitale Kontroll- und Monitoringansätze aus. Ziel ist es, unerlaubte Angebote schneller zu identifizieren und effektiver gegen sie vorzugehen.
Im Gespräch waren zudem Möglichkeiten einer engeren operativen Zusammenarbeit zwischen nationalen Behörden. Konkret ging es um einen beschleunigten Informationsaustausch und die Weiterentwicklung grenzüberschreitender Durchsetzungsmechanismen.
Da illegale Anbieter häufig länderübergreifend agieren, stoßen rein nationale Maßnahmen an Grenzen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Abstimmung zwischen den Aufsichtsbehörden an Bedeutung. Für regulierte Anbieter kann eine intensivere Zusammenarbeit zu einheitlicheren Vollzugspraktiken führen.
Datenanalyse als Grundlage moderner Aufsicht
Neben rechtlichen Fragen standen technologische Entwicklungen und neue Geschäftsmodelle im Online-Glücksspiel auf der Agenda. Diskutiert wurden unter anderem Plattformisierung, neue Zahlungsmodelle und datengetriebene Marktstrukturen.
In einer Arbeitsgruppe verglichen die Teilnehmer verschiedene Regulierungsansätze, insbesondere im Hinblick auf die Bekämpfung illegalen Glücksspiels auf Basis aufbereiteter Daten. Dabei wurde deutlich, dass belastbare Daten und deren systematische Auswertung eine zentrale Rolle für wirksame Regulierung spielen.
Auch wenn die regulatorischen Rahmenbedingungen in den europäischen Staaten unterschiedlich ausgestaltet sind, wurde der Einsatz von Datenanalyse als gemeinsamer Nenner hervorgehoben. Für die GGL bleiben datenbasierte Erkenntnisse ein wesentlicher Ausgangspunkt für effektive Aufsicht und Spielerschutz.
Für Marktteilnehmer bedeutet das, dass regulatorische Anforderungen zunehmend mit Monitoring- und Reportingprozessen verknüpft sein können. Digitale Spuren, Zahlungsströme und Plattformaktivitäten rücken stärker in den Fokus der Aufsicht.
Europäische Zusammenarbeit als dauerhafte Aufgabe
Die GGL bewertet das GREF als wichtige Plattform für den kontinuierlichen Austausch zwischen europäischen Regulierungsbehörden. Aus Sicht der Behörde erfordert eine effektive Regulierung des Glücksspielmarktes eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Im Zentrum steht dabei die gegenseitige Unterstützung bei der Bekämpfung illegaler Angebote. Die Konferenz in Sofia diente dazu, bestehende Kontakte zu vertiefen und gemeinsame Handlungsfelder zu konkretisieren.
Für international tätige Anbieter sowie für Nutzer, die auf grenzüberschreitende Online-Angebote zugreifen, können solche Abstimmungen mittel- bis langfristig Auswirkungen auf Verfügbarkeit, Durchsetzung und Aufsichtspraxis haben. Die in Sofia diskutierten Themen zeigen, dass digitale Märkte zunehmend europäisch betrachtet werden.
Unsere Einschätzung
Die Teilnahme der GGL an der GREF-Konferenz verdeutlicht den Schwerpunkt auf europäischer Koordination bei der Regulierung digitaler Glücksspielmärkte. Im Fokus stehen die Bekämpfung illegaler Angebote, die stärkere Einbindung von Plattformen im Rahmen des Digital Services Act sowie der Ausbau datenbasierter Aufsichtsansätze. Für den Markt signalisiert der Austausch, dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit und digitale Kontrollinstrumente weiter an Bedeutung gewinnen.