GGL nimmt an europäischem Regulierertreffen in Rom teil
GGL nimmt am Europe Regulators Roundtable in Rom teil – Fokus auf Prognosemärkte und Bekämpfung illegalen Glücksspiels
Das Wichtigste in Kürze
- Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) nahm am 21. und 22. Mai 2026 am Europe Regulators Roundtable in Rom teil.
- Vertreterinnen und Vertreter aus Deutschland, Italien, Österreich, Spanien, Portugal, Großbritannien und Frankreich waren anwesend.
- Im Mittelpunkt standen Prognosemärkte, Spielmanipulation und die Bekämpfung illegalen Glücksspiels.
- Eine länderübergreifende Arbeitsgruppe zur Bekämpfung illegaler Angebote, einschließlich Prognosemärkte, ist geplant.
- Der nächste Roundtable im Herbst 2026 wird von der GGL in Halle an der Saale ausgerichtet.
Internationale Regulierungsbehörden treffen sich zum fachlichen Austausch in Rom
Am 21. und 22. Mai 2026 fand in Rom der Europe Regulators Roundtable statt. Dabei handelt es sich um ein informelles Arbeits- und Austauschtreffen führender europäischer Glücksspielregulierungsbehörden. Gastgeberin war in diesem Jahr die italienische Aufsichtsbehörde Agenzia delle Dogane e dei Monopoli (ADM).
Für Deutschland nahm Nadja Wierzejewski, Leiterin der Abteilung “Bekämpfung illegales Glücksspiel” bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), an der Veranstaltung teil. Neben Deutschland waren Vertreterinnen und Vertreter aus Italien, Österreich, Spanien, Portugal, Großbritannien und Frankreich vor Ort.
Ziel des Treffens war der direkte Austausch zwischen den nationalen Aufsichtsbehörden. Im Fokus stand dabei die Vernetzung auf Arbeitsebene sowie die Vorstellung unterschiedlicher regulatorischer Ansätze in den jeweiligen Ländern.
Unterschiedliche nationale Rechtsrahmen und regulatorische Schwerpunkte
Ein zentraler Bestandteil des Roundtables war die Darstellung der jeweiligen nationalen Rechtsrahmen. Die teilnehmenden Behörden präsentierten ihre regulatorischen Schwerpunkte und erläuterten, wie sich diese auf die Aufsichtspraxis auswirken.
Damit verbunden war die Frage, wie unterschiedliche gesetzliche Vorgaben die Bekämpfung unerlaubter Angebote beeinflussen. Der Austausch sollte dazu beitragen, gegenseitiges Verständnis für die jeweiligen Zuständigkeiten und Instrumente zu schaffen.
Die ADM stellte in diesem Zusammenhang ihre Aktivitäten zur Überwachung des italienischen Glücksspielmarktes vor. Dazu gehörten bestehende Kontrollsysteme sowie Kooperationsmechanismen zur Bekämpfung von Spielmanipulationen. Zudem erläuterte die italienische Behörde ihr Vorgehen gegen illegale Glücksspielwerbung vor dem Hintergrund der in Italien geltenden Werbebeschränkungen für Glücksspielangebote.
Prognosemärkte als regulatorisches Kernthema
Ein inhaltlicher Schwerpunkt lag auf der Einordnung sogenannter Prognosemärkte in den nationalen Rechtsordnungen. Die Teilnehmenden diskutierten, wie diese Angebote rechtlich zu bewerten sind und welche regulatorischen Ansätze in Betracht kommen.
Nach deutschem Recht werden Prognosemärkte dem illegalen Glücksspiel zugeordnet. Vor diesem Hintergrund ist die Bekämpfung entsprechender Angebote für die GGL von besonderer Bedeutung. Im Rahmen des Roundtables wurde daher die Einrichtung einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe geplant. Ziel dieser Gruppe ist es, die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung illegaler Glücksspielangebote, einschließlich Prognosemärkte, zu intensivieren.
Die Diskussion zeigte, dass Prognosemärkte in Europa unterschiedlich reguliert oder bewertet werden. Der Roundtable diente dazu, diese Unterschiede transparent zu machen und mögliche gemeinsame Handlungsansätze auszuloten.
Spielmanipulation und illegale Werbung im Fokus der Aufsicht
Neben Prognosemärkten befassten sich die Behörden mit Maßnahmen gegen Spielmanipulation. Die ADM stellte hierzu ihre Überwachungssysteme sowie Kooperationsmechanismen vor. Dabei ging es um technische und organisatorische Instrumente, mit denen Manipulationen erkannt und verfolgt werden können.
Ein weiterer Punkt war die Bekämpfung illegaler Glücksspielwerbung. In Italien gelten spezifische Werbebeschränkungen für Glücksspielangebote. Vor diesem Hintergrund präsentierte die ADM ihr Vorgehen gegen nicht zulässige Werbemaßnahmen.
Für internationale Anbieter und Marktteilnehmer ist dieser Austausch relevant, da er aufzeigt, welche regulatorischen Schwerpunkte einzelne Länder setzen und wie grenzüberschreitende Sachverhalte behandelt werden. Insbesondere bei Online-Angeboten überschneiden sich Zuständigkeiten häufig, was eine koordinierte Aufsicht erschwert.
GGL richtet nächsten Roundtable im Herbst 2026 aus
Der Europe Regulators Roundtable soll im Laufe des Jahres 2026 ein weiteres Mal stattfinden. Für dieses zweite Treffen wurde die GGL als Gastgeberin bestimmt. Die Veranstaltung ist für den Herbst geplant und soll in Halle an der Saale stattfinden.
Damit übernimmt die deutsche Behörde eine koordinierende Rolle im weiteren Austausch der europäischen Aufsichtsbehörden. Laut Mitteilung soll dabei an die Ergebnisse des Treffens in Rom angeknüpft werden. Der Fokus bleibt auf der Vertiefung der Zusammenarbeit und dem Informationsaustausch zu regulatorischen Entwicklungen.
Unsere Einschätzung
Der Europe Regulators Roundtable dient dem strukturierten Austausch europäischer Glücksspielaufsichtsbehörden zu zentralen Themen wie Prognosemärkte, Spielmanipulation und Bekämpfung illegaler Angebote. Für die GGL ist insbesondere die rechtliche Einordnung von Prognosemärkten relevant, da diese nach deutschem Recht als illegales Glücksspiel gelten. Die geplante länderübergreifende Arbeitsgruppe sowie die Ausrichtung des nächsten Treffens in Deutschland zeigen, dass die internationale Abstimmung in Aufsichtsfragen weiter institutionalisiert wird.