GGL baut LUGAS mit Dataport weiter aus – mehr Datenbasis für Glücksspielaufsicht
Das Wichtigste in Kürze
- Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) baut das länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem LUGAS gemeinsam mit Dataport weiter aus.
- LUGAS ist die zentrale Datengrundlage für die Regulierung des legalen Online Glücksspielmarktes in Deutschland.
- Im Jahr 2025 verarbeitete das System Daten von über 60 erlaubten Anbietern und rund 5 Millionen registrierten Spielenden.
- Ab 2027 sollen Auswertungen verstärkt auf Daten aus den Safe Servern basieren.
- Die technische Infrastruktur wird seit dem 1. Januar 2023 von der GGL verwaltet und von Dataport betrieben.
GGL und Dataport entwickeln LUGAS als zentrales Aufsichtssystem weiter
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder treibt den Ausbau des länderübergreifenden Glücksspielaufsichtssystems LUGAS weiter voran. Wie die Behörde mitteilt, arbeitet sie seit Beginn des Projekts eng mit Dataport zusammen. Dataport fungiert als zentraler IT Dienstleister der öffentlichen Verwaltung und unterstützt sowohl die Entwicklung als auch den operativen Betrieb der technischen Infrastruktur.
LUGAS bildet die zentrale Datengrundlage für die Regulierung des legalen Online Glücksspielmarktes in Deutschland. Das System ermöglicht es der GGL, Entwicklungen im Markt datenbasiert nachzuvollziehen. Die gewonnenen Informationen dienen der Behörde und den 16 Bundesländern als Grundlage, um regulatorische Maßnahmen zu bewerten und die Glücksspielregulierung evidenzbasiert weiterzuentwickeln.
Nach Angaben der GGL setzt das System bundesweit Maßstäbe für die digitale Glücksspielaufsicht. Die kontinuierliche Weiterentwicklung erfolgt in enger Abstimmung zwischen den Fachbereichen der GGL und den technischen Teams von Dataport. Dabei kommen agile Projektmethoden zum Einsatz.
Verarbeitete Daten von mehr als 60 Anbietern und 5 Millionen Spielenden
Die Dimension des Systems zeigt sich in den verarbeiteten Datenmengen. Im Jahr 2025 erfasste LUGAS Daten von über 60 erlaubten Glücksspielanbietern. Gleichzeitig wurden Informationen zu rund 5 Millionen registrierten Spielenden verarbeitet.
Diese Datenbasis verschafft der Aufsicht Einblicke in die Entwicklung des legalen Online Glücksspielmarktes. Dazu zählen unter anderem Marktbewegungen und Nutzungsstrukturen, die für die Bewertung bestehender Regelungen relevant sind. LUGAS fungiert damit als zentrales Instrument, um regulatorische Entscheidungen auf eine konsistente Datengrundlage zu stützen.
Für Anbieter bedeutet dies, dass ihre Aktivitäten im legalen Marktumfeld in strukturierter Form erfasst und ausgewertet werden. Für die Aufsichtsbehörden der Länder schafft das System eine einheitliche Informationsbasis über Ländergrenzen hinweg.
Safe Server und Zentraldateien als technische Kernbausteine
Zwei zentrale Bestandteile von LUGAS sind die Auswertesysteme der Safe Server sowie die sogenannten Zentraldateien. Diese Komponenten bilden das technische Rückgrat des Systems.
Seit dem 1. Januar 2023 liegt die Verwaltung dieser Systeme bei der GGL. Der operative Betrieb erfolgt durch Dataport. Beide Partner tragen gemeinsam die Verantwortung dafür, dass die Infrastruktur steigenden Anforderungen an Datenqualität, Verfügbarkeit und Sicherheit gerecht wird.
Nach Angaben der Verantwortlichen handelt es sich bei LUGAS um eines der anspruchsvollsten Digitalisierungsprojekte im regulatorischen Umfeld. Die technische Ausgestaltung muss sowohl große Datenmengen verarbeiten als auch sicherheitskritische Anforderungen erfüllen. Eine stabile und leistungsfähige IT Infrastruktur gilt daher als zentrale Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit der Aufsicht.
Ausbau mit Blick auf steigende Anforderungen und Großereignisse
Die GGL betont die Bedeutung einer belastbaren IT Infrastruktur insbesondere vor dem Hintergrund sportlicher Großereignisse wie der FIFA Fußball Weltmeisterschaft. In solchen Phasen steigt typischerweise die Aktivität im Bereich Online Glücksspiel, was erhöhte Anforderungen an Stabilität und Leistungsfähigkeit der Systeme mit sich bringt.
Vorstand Ronald Benter verweist darauf, dass die kontinuierliche Weiterentwicklung von LUGAS ein zentrales Anliegen bleibt. Dataport Vorstandsvorsitzender Dr. Johann Bizer hebt die gemeinsame Arbeit an belastbaren datenbasierten Entscheidungsgrundlagen hervor.
Die technische Weiterentwicklung erfolgt fortlaufend. Dabei sollen Prozesse und Auswertungsmöglichkeiten weiter präzisiert werden, um regulatorische Bewertungen auf eine noch solidere Datenbasis zu stellen.
Ab 2027 stärkere Nutzung von Safe Server Daten für Auswertungen
Ein konkreter Entwicklungsschritt ist bereits angekündigt: Ab 2027 sollen Auswertungen verstärkt auf Daten aus den Safe Servern gestützt werden. Ziel ist eine fundierte und datenbasierte Evaluierung regulatorischer Maßnahmen.
Die stärkere Nutzung dieser Datenquellen soll die Analysefähigkeit der Aufsicht weiter erhöhen. Die GGL hatte diese Ausrichtung bereits auf dem Deutschen Glücksspielkongress 2025 thematisiert. Mit der geplanten Umstellung wird die Rolle der Safe Server als zentrale Datenquelle weiter gestärkt.
Für den legalen Markt bedeutet dies eine vertiefte Auswertung vorhandener Informationen. Für die Aufsichtsstruktur der Länder schafft dies die Grundlage, regulatorische Instrumente anhand konkreter Daten zu überprüfen und anzupassen.
Unsere Einschätzung
LUGAS ist das zentrale technische System für die digitale Aufsicht des legalen Online Glücksspielmarktes in Deutschland. Die Zusammenarbeit zwischen GGL und Dataport sichert Betrieb und Weiterentwicklung eines Systems, das bereits Daten von über 60 Anbietern und rund 5 Millionen Spielenden verarbeitet. Mit der geplanten stärkeren Nutzung von Safe Server Daten ab 2027 wird die datenbasierte Evaluierung regulatorischer Maßnahmen weiter ausgebaut. Für Anbieter und Marktteilnehmer bleibt LUGAS damit ein wesentlicher Bestandteil der regulatorischen Infrastruktur.